Entwicklungen ( Text 2019/2020 )

Das Leben lesen - Für immer jung? Placebo und Nocebo. " Das Sprechende Blut und die Sprechende Medizin ".

 

"2Ein Tropfen Blut sagt mehr als tausend Worte. " Von Ulrich Bahnsen las ich das Buch " Das Leben lesen - Was das Blut über unsere Zukunft verrät ". Erstaunlich ist, dass die molekularbiologische Forschung daran arbeitet

noch mehr genauere bzw. bessere Informationen über die Zukunft jedes Menschen zu liefern. Dazu gehört z. B.

eine epigenetische Uhr, die an den Markierungen im Erbgut der Blutzellen das biologische Alter eines Menschen erkennt. Erste Stoffe, die alte Menschen verjüngen könnten, sind bereits erkannt worden - so eine Art " Jungbrunnen ". 4Erst kürzlich publizierte Daten zeigen, dass bestimmte Proteine im Blutplasma bei bestimmten Organen einen Verjüngungs-Effekt auslösen könnten bzw. können. Neue Techniken werden es vielleicht in

Zukunft möglich machen, die biologische Uhr zurückzudrehen und somit in die natürliche Entwicklung des Menschen eingreifen. 1Es wird neue Bluttests geben, die umfassende genetische Informationen über uns liefern. Das Blut wurde bereits durch die moderne Medizin zum Sprechen gebracht und die geheimen Codes des Blutes wird man bald verstehen können. Blut ist eben doch nach Goethes Faust ein ganz besonderer Saft.

 

Die Frage ist, welches Wissen bzw. welche Information heilt und wirkt heilend bzw. nützt und welches Wissen / Information schadet? Wie kann man richtig einschätzen welche Methode sinnvoll ist und welche nicht. Wo sitzt

die Kunst des Heilens?

 

In der altägyptischen Medizin - den Pyramiden Texten des Alten Reiches lassen sich Zauberformeln / Sprüche

und Beschwörungen zur Heilung von Krankheiten finden. Magie galt als ein wichtiges Schutzmittel. 3In der

Antike hatte die „ Sprechende Medizin „ eine besondere Bedeutung, denn ein positives Wort war ein Heilmittel. Hippokrates lehrte, dass vor Skalpell und Arznei stets das Therapeutikum des Wortes zu erproben sei. „ Ich kann mit Worten heilen.“ stand auf der Praxistür von Antiphon von Athen und Sokrates war der Auffassung „ Es ist vergebens, den Leib ohne die Seele heilen zu wollen.“ Es werden immer mehr neue Techniken auch in der Pharma- und Geräteindustrie entwickelt und angewandt, dabei sollte man in der jetzigen Zeit die „ Sprechende Medizin „ nicht einfach vergessen, sondern wieder wertschätzen.

3Nicht nur zeigen statistische Erhebungen, dass eine gelungene Kommunikation von Arzt und Patient Heilungsverläufe beschleunigen kann. 3Die Sprache / Worte können ein hochgradig wirkungsvolles Therapeutikum sein. Diese Erkenntnisse haben sich in den letzten Jahren in der Neurophysiologie und Psychoneuroimmunologie gezeigt. Auch lehrte die Hirnforschung, warum das so ist: Das Gehirn trennt nicht zwischen Imagination und Wirklichkeit, so dass sprachlich vermittelte und nur suggestiv vorgestellte Inhalte Wirklichkeit erzeugen können. Was lange als „ Placebo“ abgetan wurde, wird nun in seiner Wirksamkeit erklärbar.

Placebo heißt „ Ich werde gefallen“ und der Placebo-Effekt ist die positive Wirkung einer Scheinbehandlung. Neben diesen Placebo-Effekt gibt es auch den Nocebo-Effekt. Nocebo heißt „ Ich werde schaden.“ 3Beinahe auf erschütternde Weise zeigt die Nocebo-Forschung, in welchem Maße Worte auf den menschlichen Organismus einzuwirken vermögen. So ist durch Versuche gut dokumentiert, dass Probanden nach der Lektüre des Abschnitts

„ Nebenwirkungen „ auf Beipackzetteln präzis die dort beschriebenen Symptome zeitigten - selbst dann, wenn sie wirkungslose Placebos verabreicht bekamen. Wenn bloße Worte verletzen und erkranken lassen können, warum soll ihnen dann nicht die Kraft zu heilen innewohnen?

 

Wo ist die Heilungsorientierte Kommunikation bzw. wo ist das Heilungsritual geblieben - der Moment in

dem ein Heilungsimpuls gesetzt wird?

 

Die Arbeiten auf Papier " Das Leben lesen - Placebo und Nocebo " sind als Stichpunkte / Notizen zu verstehen,

die versuchen über Entwicklungen zu reflektieren. Wissenschaft, Technik und Forschung des Menschen werden

es zukünftig ermöglichen viele Informationen des Blutes zu lesen und zu verstehen bzw. diese zu vermitteln. Auf den Papierarbeiten wird das Blut durch Blutstropfen / Punkte und die Braille-Schrift sowie durch Texte / Symbole wie z. B. Schutz, Segen, Liebe, Gott, magische Energie etc. zum " Sprechen " gebracht und veranschaulichen bzw. geben Anregung über den Umgang mit dem " Wissen und Nicht-Wissen ".

 

 

Verwendete Literatur:

1. Ulrich Bahnsen - Diplom-Biologe, Wissenschaftsjournalist -

    BuchDas Leben lesen - Was das Blut über unsere Zukunft verrät. „ ( 2017 )

 

2. Michael Lange - Biologe, freier Wissenschaft - und Hörfunkjournalist - Text-Beitrag

   „ Forschung aktuell - Ein Tropfen Blut sagt mehr als tausend Worte. „ ( 2017 )

 

3. Dr. Christoph Quarch - Philosoph, evangelischer Theologe und Publizist -

   Text „ Maas - Themenmagazin - „ Kultur heilt. „ ( 2018 )

 

4. Sophie König - Moderatorin - ( SWR - Wissenschaftsredakteurin ) -

   Junges Blut - ein Verjüngungselixier ? Video - „ Macht junges Blut wieder fit ? „

   ( 2019 - Video verfügbar bis 18.05.2024 )